Rechtsanwältin Eva Häfele

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Eigenverbrauch und Direktvermarktung von Solarstrom

[23.06.2009]

Eigenverbrauch
Betreibern von Solaranlagen mit einer Leistung von bis zu 30 KW, die nach dem 01.01.2009 an das Netz angeschlossen wurden, haben nach der EEG - Reform (§ 33 Abs. 2 EEG) die Möglichkeit den produzierten Strom selbst zu verbrauchen und für den übrigen eingespeisten Strom eine um 18ct/KWh reduzierte Vergütung zu erhalten. Der Anlagenbetreiber hat demzufolge einen besonderen Anreiz, den selbst produzierten Strom zu verbrauchen, da er für 18ct/KWh üblicherweise keinen Strom erwerben kann.

Der Gesetzgeber wollte durch diese Regelung die öffentlichen Netze entlasten.

Steuerlich soll sich durch den Eigenverbrauch nichts ändern. Der Anlagenbetreiber führt weiterhin ein Gewerbe, d.h. er kann die gesamten Anlagenkosten als Betriebsausgaben geltend machen. Weiter wird umsatzsteuerlich so getan, als verkaufe er den gesamten Strom zu 43.01 ct/KWh und kauft wiederum Strom zu 18 ct/KWh.

Direktvermarktung
Eine weitere Entlastung der öffentlichen Netze stellt die Möglichkeit dar, Strom direkt zu vermarkten. Hierbei entfällt nach § 17 EEG jedoch die Vergütung vollständig, so dass der Strom an Dritte praktisch für 43.01 ct/KWh veräußert werden müsste und damit deutlich über marktüblichen Preisen. Die kommerziell betriebene Solartankstelle kann damit nicht wirtschaftlich betrieben werden. Selbst für Vermieter stellt dies kein praktikables Modell dar, da seine Mieter durch die erhöhten Stromkosten die Solaranlage des Vermieters subventionieren müssten.

Ergebnis:
Die Regelung lohnt sich vor allem für private Haushalte. Es lassen sich aber auch für Unternehmen Anwendungsgebiete finden. So kann der unternehmenseigene Parkplatz mit Solaranlagen überdacht werden (Carports) und als Betriebsstrom für das Unternehmen genutzt werden.


Kategorie: EEG